BLOG / PUBLIKATIONEN

Dr. med. Andreas Klinge

Ein Fotograf beim Arzt

Wenn ich einen Patienten zum ersten Mal treffe, ist das immer ein spannender Moment.
In meinem Computer sehe ich nur den Namen, das Alter und das Geschlecht. Aber schon mit diesen wenigen Informationen entsteht in mir ein erstes inneres Bild. Dieses Bild wird dann konkret, wenn ich die Tür zum Wartezimmer öffne und meinen neuen Patienten aufrufe. Dann steht er vor mir.

Der Handschlag zur Begrüßung und der Weg zu meinem Sprechzimmer erweitern meinen ersten Eindruck. Ein kräftiger Händedruck gefolgt von einem forschen Gang über den Flur leiten das Gespräch anders ein, als ein weicher, vielleicht sogar schüchterner Händedruck und ein langsames, mühevolles Gehen.

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Die Geschichte eines souveränen Mannes

Es gibt Patienten, die einen ganz besonderen Eindruck auf mich ausüben. So war es gleich beim ersten Kontakt mit Herrn Cornelius. Als er vor mehr als 9 Jahren mein Patient wurde, betrat ein 69-jähriger Mann mein Sprechzimmer, der trotz seiner geringen Körpergröße auf mich stattlich und gewichtig wirkte. Im Rückblick fällt mir auf, dass es keine Fremdheit zwischen uns zu überwinden galt, wenngleich wir uns noch nie zuvor begegnet waren. Zum ganzen Artikel

Über eine ungewöhnliche Allianz

Ein Kollege erzählte mir kürzlich von einem merkwürdigen Erlebnis in seiner Praxis. Er hatte Besuch von einem Pharmareferenten gehabt, dessen Firma ein neues Medikament zur Diabetesbehandlung herstellt.

Mein Kollege hatte Informationen über das neue Medikament erwartet und war völlig überrascht, im Gespräch plötzlich mit Vorwürfen konfrontiert zu werden.
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Die Geschichte einer älteren Dame aus Hessen

Jedes Mal, wenn ich hinter Frau Sanders die Tür meines Sprechzimmers schließe, breitet sich eine intensive Traurigkeit in mir aus. So ist es auch heute wieder, und ich muss erst einmal tief atmen, um wieder sprechen zu können. Eine bleierne Schwere lastet auf mir, obwohl ich eben noch mit meinen Kollegen bei einem Kaffee gelacht habe.

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Ein junger Mann mit erhöhten Blutdruckwerten

Immer wieder begegne ich einer irritierenden Eigenart. Einer ärztlichen Eigenart. Diesmal bei einem gerade 18 Jahre alt gewordenen jungen Mann.

Alexander Ritter lernte ich kennen, kurz nach dem er volljährig geworden war. Er hat seit 5 Jahren einen Typ 1-Diabetes und muss seither Insulin spritzen. Bisher wurde er in der Ambulanz einer der Kinderkliniken in unserer Stadt betreut und wechselte nun zu mir in die Erwachsenenmedizin. Zum ganzen Artikel

Wie drei unterschiedliche Patienten ihre Beziehung zum Arzt gestalten

Kürzlich ist mir während meiner Sprechstunde mal wieder aufgefallen, wie unterschiedlich meine Patienten sind, und auf wie vielfältige Weise sie die Beziehung zu mir gestalten.

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Die Erlebnisse eines Patienten mit Vorhofflimmern

Vor kurzem erzählte mir Herr Claussen von einem merkwürdigen Erlebnis mit seinem Hausarzt. Es ging um die Frage, ob Herr Claussen auf Dauer das Medikament Marcumar® (Phenprocoumon) einnehmen soll. Es setzt die Blutgerinnung stark herab, sodass das Blut nur sehr langsam gerinnt. Häufig wird dieser Effekt auch als „Blutverdünnung“ bezeichnet.
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Eine Patientin kümmert sich nicht um ihren Diabetes

Immer wieder treffe ich Patienten, deren Handeln mir rätselhaft erscheint. Eine solche Patientin ist auch Frau Moor. Frau Moor ist 25 Jahre alt und hat seit ihrer Kindheit einen Typ 1-Diabetes. Sie spritzt sich seit mehr als 20 Jahren Insulin. Ich sehe sie in meiner Sprechstunde äußerst selten, meist kommt sie nur alle 1-2 Jahre. Dann ist immer irgendetwas Dramatisches passiert, und sie kommt spontan ohne einen Termin.
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Ein Mann sucht nach Informationen

An einem entspannten Nachmittag im Sommer rufe ich Herrn Behrmann als meinen letzten Patienten auf. Anders als die meisten meiner Patienten leidet er nicht an einem Diabetes. Er hat sich bei meinem Praxispartner einen Termin für eine Dickdarmspiegelung geben lassen und kommt heute zu mir für das aufklärende Vorgespräch. Zum ganzen Artikel

Die Geschichte einer Patientin mit Polyneuropathie

Es war einer dieser typischen Montage, an denen sich die ungeplanten Ereignisse aneinander reihen. Ich war schon mehrfach in meiner Sprechstunde gestört worden, und jetzt schrieb mir auch noch meine Wundassistentin aus dem Untersuchungsraum, dass sie meine Hilfe bei einer Patientin benötigt. „Das Bein von Frau Lange sieht gar nicht gut aus“ las ich auf meinem Monitor. Zum ganzen Artikel

Die Geschichte einer Frau mit einer schwerkranken Tochter

An einem späten Dienstagvormittag im Dezember hole ich Frau Martin aus dem Wartezimmer und setze mich mit ihr in mein Sprechzimmer. Draußen ist es klirrend kalt, so dass ich mich über ihre dicke, gestrickte Wollmütze nicht wundere. Sie nimmt die Mütze aber auch in meinem sehr warmen Sprechzimmer nicht ab.
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Ein Mann mit Angst vor Folgeschäden

Die Nachmittagssprechstunde beginnt und mein nächster Patient ist Herr Müller.

Bevor ich von ihm berichte, will ich aber unbedingt die Geschichte eines Laborwertes erzählen, der eine kleine Revolution ausgelöst hat: des HbA1c. Zum ganzen Artikel

Eine junge Frau mit Schluckstörungen

Frau Thomsen sucht mich als Notfallpatientin auf. Sie ist Ende 20 und wir kennen uns von den regelmäßigen Kontrollterminen aufgrund ihres Diabetes. Sie spritzt Insulin. Heute ist sie aber aus einem ganz anderen Grund gekommen.

Seit ein paar Tagen hat sie ein ganz merkwürdiges Gefühl beim Essen.
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Die Geschichte einer älteren Dame mit vielen Fragen

Wenn Frau Uhland zu mir in die Sprechstunde kommt, dann ist immer etwas Besonderes passiert. Sie kommt daher auch nicht zu einem vorher geplanten Termin, sondern ruft die Arzthelferinnen an, um einen ganz kurzfristigen Zwischentermin zu vereinbaren. Nach längerer Pause ist sie heute wieder einmal da, und ich bin gespannt.
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Die Geschichte einer Frau mit Typ 1-Diabetes

Als ich mit der Nachmittagssprechstunde beginne und mir die Liste der Patienten für die nächsten zwei Stunden ansehe, entdecke ich den Namen von Frau Abel.

Frau Abel ist schon seit fast 10 Jahren meine Patientin, aber sie kommt nur selten zu mir in die Sprechstunde.
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